Wie Mikao Usui zu den Reiki-Symbolen kam

Jahrelang forschte Mikao Usui, der Gründer der japanischen Heilkunst Reiki, nach einer Möglichkeit, wie man die spirituelle Lebensenergie dauerhaft empfangen und abgeben kann. Zu seiner Zeit war es bis dato nämlich nur möglich, heilende Lebensenergien nach intensiver Qi Gong Praxis weiterzugeben. Auf seinem Forschungsweg wurde Usui buddhistischer Mönch, Shinto-Priester und beschäftigte sich mit weiteren spirituellen Traditionen wie dem magischen Daoismus. Überall entdeckte er Symbole als magische Werkzeuge. Als er auf dem Kurama-Berg während seiner 21-tägigen Mediation von Dainichi Nyorai und Kannon in Reiki eingeweiht wurde, war dies der Schlüssel die Symbole mit der Reiki-Kraft als Werkzeuge zu nutzen. Diese Reiki Symbole erweitern die Möglichkeiten mit Reiki erheblich. Ohne die Reiki Symbole kann man mit dem 1. Reiki-Grad energetisch heilen durch Handauflegen. Mit den Symbolen kann man die Kraft verstärken, Mentalheilungen geben, Amulette herstellen, Kontakt zu feinstofflichen Wesen aufnehmen, Astralreisen und Lichtkörperarbeit machen, Heilmediationen und Schamanische Rituale durchführen um nur einige zu nennen. Ab dem zweiten Grad Usui Reiki werden die drei traditionellen Reiki-Symbole für Schüler gelehrt. Damit lassen sich die Reiki-Kraft verstärken sowie Fern- und Mentalheilungen durchführen. Anwendungen damit sind gleichzeitig die Seminar-Inhalte. Im Shingon Reiki werden die Möglichkeiten Reiki Symbole durch weitere Anwendungen im Zweiten Grad und Seminaren zur Weiterbildung ergänzt. Über die Reiki Symbole hinaus werden Meditationen mit den Siddham des tantrischen Buddhismus genutzt, auf die die Reiki Symbole zurückgehen.

Symbole und Mantras im 2. Grad Reiki

Symbole shirushi und Mantras jumon sind eine der fünf Säulen der Reiki-Methode. Im zweiten Grad der Reiki-Methode werden drei Symbole und Mantras gelehrt, im dritten Grad jeweils ein weiteres Symbol mit dem dazugehörigen Mantra. Insgesamt werden in der Reiki-Methode nach Usui vier Symbole und die entsprechenden Mantras gelehrt. Natürlich erhält der Schüler im Laufe seines Fortschritts durch die drei Grade auch neue Informationen. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Geheimnisse, jedoch muss der Schüler ein angemessenes Level an Verständnis erreicht haben, um mit den neuen Informationen etwas anfangen zu können. Aus diesem Grund werden Symbole und Mantras erst später beigebracht.

Im ersten Grad geht es darum, sich eine Grundlage zu schaffen: Schüler lernen das Ki kennen und damit umzugehen, indem sie die Lebensregeln, kokyû Techniken (Atemmeditationen) und das Handauflegen tenohira üben. Bevor es weiter gehen kann, müssen diese praktischen Erfahrungen und das entsprechende Wissen angesammelt werden. Hat der Schüler genug Disziplin und Routine, kann daraus der Nährboden erwachsen, auf dem das grundlegende Wissen über die Reiki-Methode sich ausbreiten und tiefe Wurzeln schlagen kann. Symbole shirushi und Mantras jumon sind zwei Werkzeuge, die dieses Ziel unterstützen können.

Diese Werkzeuge shirushi und jumon werden benutzt, um bestimmte Energien zu aktivieren. Mit ihrer Hilfe kann sich der Anwender mit bestimmten Aspekten seiner selbst verbinden (beispielsweise mit dem Ki von Himmel und Erde). Mit der Zeit und kontinuierlicher Übung wird dadurch die innere Energie erweckt. Erkenntnis und Bewusstsein, die mit der stetigen Benutzung der Symbole und Mantras einhergehen, helfen dem Anwender, wieder sein volles Potential als Mensch auszuschöpfen. So gesehen ist es besser, sich auf das Innere als auf das Äußere zu konzentrieren, um in unendliche Tiefen vorzudringen und sie zu erforschen. Darüber hinaus verringert sich mit wachsender Erfahrung die Notwendigkeit dieser Werkzeuge, und ihre Energien können dann mühelos herbei gerufen werden.

Mantras heißen auf japanisch Shingon und Jumon

Die japanische Bezeichnung für Mantra ist Shingon und Jumon. Shingon bedeutet wahre Worte und ist die Übersetzung des Sanskrit-Wortes Mantra ins Japanische. Jumon bedeutet “Klang, welcher eine bestimmte kosmische Schwingung aktiviert”. Zeitweise wurden die Mantras, die in der Reiki-Methode verwendet werden, auch kotodama genannt, das bedeutet “Worte, die Seele in sich tragen”, was sicherlich auf Shinto-Konzepten beruht. Im Altertum glaubten die Japaner nicht nur, dass die Götter kami in allen Dingen und jedem Element der Natur waren, sondern auch in Worten. Sie glaubten daran, dass jedes gesprochene Wort die mysteriöse Kraft hatte, zum Leben zu erwachen, und so die Geschicke, das Glück und Unglück jener zu lenken, die sie aussprachen und an die sie gerichtet waren. Die Einbeziehung von Mantras in die Reiki-Methode machten die Lehren leicht zugänglich für Shinto-Praktizierende. 

Heißen Symbole auf Japanisch Shirushi?

Allem Anschein nach hat Usui in den 1910er Jahren seinen Schülern zunächst eine frühe Version der Mantras vermittelt und die Symbole dazu erst viele Jahre später um 1923 herum eingeführt. Beide wurden als Stützräder bereit gestellt, die von den Übenden bei Seite gelegt werden konnten, sobald sie selbst mit der entsprechenden Energie verschmolzen sind. Damals hing es von dem individuellen Entwicklungsstand des Schülers ab, welches Werkzeug ihm an die Hand gegeben wurde. Die Symbole wurden hauptsächlich zur Unterstützung derjenigen bereit gestellt, die kein energetisches Training genossen haben, so zum Beispiel den Marine-Offizieren, die bei Mikao Usui “Erste Hilfe mit Ki” gelernt haben.

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Reiki-Symbole

Als Mikao Usui (1865-1926) nach seiner dreiwöchigen Meditation aus dem Gebirge des Kurama-Berges herabstieg, gründete er die japanische Heilmethode namens Usui Reiki Ryoho 臼井靈氣療法 (moderne Schreibweise: 臼井霊気療法). Auf Deutsch ist das die Methode der natürlichen Heilung nach Usui. Diese spirituelle Methode (japanisch reiho 靈法), wie sie auch auf dem Gedenkstein benannt wird, wurde im Westen vornehmlich unter dem Namen Reiki bekannt. So ist mit Reiki sowohl die Methode als solches wie auch die Reiki-Kraft als spirituelle Lebensenergie gemeint. Mit der Reiki-Kraft werden spirituelle Lebensenergien über die Hände übertragen, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und den Geist sowie die Seele zu heilen. Die Reiki-Symbole des Mikao Usui erweitern die Reiki-Fähigkeiten des Handauflegens und der spirituellen Heilung mit Reiki für Körper, Geist und Seele erheblich. So sind die Reiki-Symbole die Werkzeuge für eine Vielzahl von Reiki-Anwendungen.

Die Reiki-Symbole sind somit von Mikao Usui implementierte Werkzeuge zur einfachen Anwendung und effektiven Energiearbeit mit Reiki. Mikao Usui hat sie so geschickt mit eingebettet, dass sie an jedem Ort ohne weitere Hilfsmittel angewendet werden können. Sie sind die Brücke zu den Heilsgestalten, die mit Reiki zusammenarbeiten und inhaltlich für Funktionen und Wirkungen, die in ihren Mantras verborgen sind. Die Symbol-Anwendungen öffnen ein Tor, die Kraft der Reiki-Heilsgestalten einzuladen. Das Besondere dabei ist, dass die Reiki-Symbole rein energetischer Natur sind und auch nur in dieser lebendigen Form eine Wirkung zeigen können. Das ist ähnlich wie ein akustisches Symbol, das nur erfahren werden kann, wenn der Klang erschallt, nicht aber wenn der Klang einfach nur auf ein Blatt Papier geschrieben wird. Die subjektive Wahrnehmung am eigenen Leib und die objektive Beobachtung der Wirkungen machen die Reiki-Symbole erfahrbar und begreifbar.

Überblick über die Reiki-Symbole

Das erste Symbol zur Kraftverstärkung mit dem Mantra Choku rei stammt aus dem Shintôismus (japanischen Schamanismus) und Shugendô 修験道 der japanischen Bergasketen Yamabushi 山伏. Das zweite Symbol (SHK) zur Mentalheilung mit dem Mantra Sei heki kommt aus dem japanischen Esoterischen Buddhismus der Schulen Shingon 真言 und Tendai 天台. Das dritte Symbol (HS) mit dem Mantra Hon sha ze shô nen zum Fernkontakt stammt aus dem magischen Daoismus und das vierte Symbol (DKM) zum Lehren von Reiki namens Dai kômyô aus dem Buddhismus.

Die Reiki-Kanji im Sinne eines Reiki-Symbols

Der Reiki-Begriff ist das „geheime“ fünfte Symbol, das die Wirkung und Arbeit mit Reiki beschreibt. Es gibt einerseits die Qualität der Energie an. Andererseits ist es aufgrund seiner Kanji (chinesische Schriftzeichen, die in die japanische Sprache übernommen wurden) gleichzeitig ein Symbol. Man könnte nun stutzen, da doch im Allgemeinen bekannt ist, dass diese Kanji lediglich ein Mittel der schriftlichen Kommunikation sind. Schaut man jedoch auf die Geschichte und Entwicklung der chinesischen Schrift, so wird deutlich, dass die Urform dieser Schrift zugrunde liegenden Zeichen einst für Rituale Verwendung fanden, wie man es auf alten chinesischen Ritual-Bronzen deutlich sehen kann. Ursprünglich sind es heilige Symbole für den reinen Ritualgebrauch. Erst viel später hat sich aus diesen Symbolen eine Schrift entwickelt. Die alten Zeichen dieser Schrift haben bis heute die Wirkkraft von Symbolen, vorausgesetzt man hat gelernt, damit richtig umzugehen.

Mikao Usui selbst hat für Reiki immer die alten Schriftzeichen benutzt, da nur in ihnen die volle symbolische Kraft enthalten ist. Durch die Entschlüsselung der Zeichen/Reiki-Symbole rei und ki lässt sich begreifen, was Reiki = „Spirituelle Lebensenergie“ eigentlich bedeutet.

Über das Wirken der Reiki-Symbole

Damit die Reiki-Symbole mit den dazugehörigen Mantras funktionieren, d.h. eine Wirkung zeigen können, gibt es bestimmte Voraussetzungen.

Die Hauptgrundlagen sind die traditionellen und korrekten Einweihungen in den 1. und 2. Grad Reiki. Im 1. Grad Reiki wird die Fähigkeit übergeben, mit den Händen die Reiki-Kraft zu übertragen. Dies geschieht durch die vier Reiki-Einweihungen, die einen Abstand von mindestens 3 Stunden und maximal 23 Stunden haben sollten. Wird die Zeit unter- oder überschritten, fehlt eine Teileinweihung zum Teil oder ganz, kann Reiki nicht optimal übertragen werden bzw. verschwindet nach einer Weile wieder.

Im 2. Grad Reiki gibt es dann eine Einweihung in die drei ersten Reiki-Symbole. Das Meistersymbol folgt zum Meistergrad mit entsprechender Meistereinweihung. Letztere ist zum Unterrichten von Reiki gedacht. Zum Anwenden der drei ersten Reiki-Symbole reicht der 1. und 2. Grad völlig aus. Die in allen Einweihungen verwendeten Reiki-Symbole und Mantras und die Reiki-Symbole und Mantras, die im 2. Grad eingeweiht werden, müssen in einer ununterbrochenen Linie zurückgehend auf Mikao Usui vom Lehrer zum Schüler korrekt und ohne jegliche Abweichungen übertragen worden sein.

Im nächsten Schritt bedarf es der entsprechenden Ausbildung im Umgang mit Reiki und den Symbolen. Je besser die Schulungen sind, desto mehr Nutzen bringen die Reiki-Symbole.

Wenn diese Grundvoraussetzungen erfüllt sind, liegt die Verantwortung, ob die Symbole im Einzelfall funktionieren, bei denen, die Reiki und die Symbole anwenden.

Alle Reiki-Symbole haben in ihrer Anwendung gemeinsam, dass sie erstens korrekt gezeichnet und gleichzeitig visualisiert, und zweitens über das richtige Mantra aktiviert werden müssen. So wird ein Reiki-Symbol rituell durch diesen Prozess immer wieder neu hergestellt. Und gerade durch diesen Prozess wird entschieden, wie wirkungsvoll der Synergie-Effekt des Symbols auf den Anwender ist.

Durch die bewusste Nutzung der Reiki-Symbole hat der Anwender nämlich die Möglichkeit, auf verschiedenen Ebenen zu wachsen. Gerade durch das rituelle, langsame, bewusste und aufmerksame Zeichnen der Reiki-Symbole entwickelt sich zum Beispiel die feinstoffliche Wahrnehmungsfähigkeit immens.

Das Reiki-Symbol der Kraftverstärkung

Das Kraftverstärkungssymbol hat das Mantra Choku rei 直靈. Das bedeutet, dass das Spirituelle direkt in Erscheinung tritt.

Das Kraftverstärkungssymbol taucht erstmals im Engi Shiki auf, ein im Jahre 927 von Gelehrten zusammengestellter Text, in dem viele shintoistische Rituale am alten Hof des Tennôs beschrieben werden. Dort wird im Kapitel über Ritualgebete für Heilsgestalten die Anwendung des CR-Symbols sehr detailliert beschrieben.

Das Kraftverstärkungssymbol wird in Reiki-Anwendungen zur Verstärkung der Reiki-Kraft und immer in Kombination den anderen Reiki-Symbolen verwendet. Letzeres hängt mit der Eigenart des dieses Symbols zusammen, dass es Lebensenergien auf einer Seite einzieht und auf der anderen Seite gebündelt abgibt. Damit ist es dann möglich, dass bei der Fernheilung bzw. Mentalheilung Reiki genau da ankommt, wo es hin soll.

Das Reiki-Symbol der Mentalheilung

Als die buddhistische Lehre nach jahrhundertelanger mündlicher Überlieferung in der klassischen indischen Sprache Sanskrit niedergeschrieben wurde, verwendete man die alte indische Siddham-Schrift als Alphabet. Die so entstandenen heiligen Texte des Buddhismus nennt man Sûtras in der Schrift des Devanagiri, die sich aus den Siddham wie über 100 weitere Schriften entwickelte.

Ähnlich wie in der oben beschriebenen chinesischen Schrift wurden die Siddham ursprünglich für Rituale verwendet. In diesem Fall spricht man von Siddham- oder Bîja-Symbolen. Diese Symbole stammen aus der vedischen Religion und wurden von den damaligen spirituellen Medien und Schamanen von dem Gott Brahmâ gehört und im Veda etwa 1200-600 v. Chr. niedergeschrieben. Diese bilden die Basis für die Entwicklungen des Esoterischen Buddhismus, in dessen Zusammenhang sie über China/Korea nach Japan kamen. Sie sind dort als Symbole für Rituale der Heilung historisch bekannt.

Auf der Suche nach Reiki hat Mikao Usui im Laufe seiner Forschungen Bekanntschaft mit den Siddham gemacht und für die Heilung des Geistes das Mentalheilungs-Symbol auf Reiki abgestimmt und dann in sein Heilungssystem eingebunden. Er besaß durch seine jahrzehntelangen spirituellen Studien die Fähigkeit, Reiki-Symbole für praktische Energiearbeit auf eine ganz bestimmte Weise nutzbar zu machen. Dabei benutzte er eine alte daoistische Methode der Talisman-Symbolherstellung, die schon sehr früh in Japan in den Shingon-Buddhismus aufgenommen wurde. Damit konnte er gewährleisten, dass die Wirkung und Funktion des Symbols die Selbe bleibt und seine Schüler das Symbol auf sehr einfachem Wege benutzen können.

Die Siddham sind im rituellen Kontext immer eine Entsprechung von Heilsgestalten. Mit dem Mentalheilungs-Symbol wird im Reiki die Mental- oder Geistheilung durchgeführt. Es gehört zu den wenigen Siddham, die gleich mehrere Heilsgestalten repräsentieren. Dieses Siddham heisst HRIH.

Mit der Reiki-Mentalheilung können auf den Menschen Leid bringende Gewohnheiten in der Mentalebene aufgelöst und eine sinnvolle, auf das Hier und Jetzt ausgerichtete Neuorientierung eingeleitet werden.

Warum gerade das Mentalheilungs-Symbol dafür besonders gut geeignet ist, lässt sich begreifen, wenn man das ursprüngliche Siddham, wie es in den Sûtras beschrieben wird, analysiert. Es kann in die Siddham ha, ra, i und ah aufgeschlüsselt werden. Jedes einzelne Siddham hat sowohl eine ganz eigene Bedeutung, als auch eine eigene praktische spirituelle Funktion. Die eben genannten Siddham zusammen haben die Wirkung, Anhaftungen des Geistes durch so genannte Störgefühle wie Neid, Zorn, Eifersucht, Habgier und Illusionen aufzulösen. Auf das Mentalheilungs-Symbol bezogen bedeutet dies, dass die dem Glück, der Gesundheit und der Zufriedenheit hinderlichen Gewohnheiten geheilt werden.

Das Reiki-Symbol des Fernkontaktes

Das Reiki-Fernkontakt-Symbol wird vornehmlich für die Fernbehandlung und Kontaktaufnahme zu anderen und als Reiki-Kraft-Quelle benutzt. Hierbei handelt es sich um ein Konglomerat aus den fünf zusammengefügten chinesischen Schriftzeichen mit dem Mantra Hon sha ze shô nen. Dies ist ein Satz im klassischen Chinesisch und bedeutet: „Die den Menschen innewohnende ursprüngliche Essenz ist das Buddha-Bewusstsein“. Oft hat Mikao Usui seine Schüler auf diese Weisheit aufmerksam gemacht, indem er ihnen sagte: „Mensch Krone der Schöpfung, kehre zurück zu deinem natürlichen Zustand“.

Das Fernkontakt-Symbol hat die Form einer stilisierten Pagode (Weiterentwicklung einer Stupa – dem Grab des Buddha). Die ausschweifenden Linien entsprechen den einzelnen Etagen-Dächern. Wie bei einer Pagode zieht sich durch das Fernkontakt-Symbol eine zentrale Säule (jap. shinbashira = Herzsäule). Die letzten drei Striche des Fernkontakt-Symbols sind eine Abkürzung für das Kanji „spirituelles Herz“. Unter der „Herzsäule“ ruht das wichtigste Ritualobjekt der Pagode, und zwar die Reliquie des historischen Buddha sowie weitere heilige Kultgegenstände, die, einfach ausgedrückt, dafür sorgen, dass der Buddha und seine Energie, also das „Buddha-Bewusstsein“, gegenwärtig sind.

Die Pagoden des Esoterischen Buddhismus stellen ein dreidimensionales Mandala mit dem Großen Sonnenbuddha (Dainichi Nyorai) im Zentrum dar. Er ist die Quelle von Reiki und erleuchtet über das Mandala den gesamten Kosmos. Somit ist er aus buddhistischer Sicht quasi überall, weil sein Leuchten ein Teil von ihm ist. Über das Fernkontakt-Symbol als Quelle von Reiki wird er erreichbar. Über sein hellstrahlendes Licht, das wie gesagt überall hinstrahlt, ist jeder Ort erreichbar, was mit dem Fernkontakt-Symbol die Fernkontaktaufnahme ermöglicht. Dieses hellstrahlende Licht ist das Reiki-Meistersymbol „Daikômyô“.

Das Fernkontakt-Symbol ist kein übernommenes Symbol wie das Kraftverstärkungssymbol, sondern eines, das Usui mit einer magisch daoistischen Methode der Talismanherstellung geschaffen hat. Diese Methode hat der chinesische Daoist Ge Hong im 4. Jh. in seinem Kompendium über daoistische Praktiken (chin.: Sanhuang nei wen) beschrieben. Mikao Usui hat dies mit buddhistischen Inhalten gefüllt, wie es in Japan in der Geschichte und Literatur immer wieder zu sehen ist. Durch diese kreative Verbindung unterschiedlicher spiritueller Methoden war es ihm möglich, ein maßgeschneidertes Symbol mit einer ungeheuren Menge an zusammenhängenden Bedeutungsebenen zu schaffen, das gleichzeitig ein in seinem System funktionierendes Werkzeug der Energiearbeit ist.

Das Reiki-Meister-Symbol

Das Reiki-Meister-Symbol besteht aus den drei Kanji dai, kô und myô 大光明, die anders als beim Fernheilungs-Symbol getrennt geschrieben werden. Zusammen bedeuten die drei Kanji „Großes Licht“ oder „Große Erleuchtung“. Das Meister-Symbol steht in engem Zusammenhang mit dem Großen Sonnenbuddha Dainichi Nyorai 大日如来. Wie das Fern-Symbol auch, ist die Aussprache der drei Kanji im Meister-Symbol buddhistischer Natur. So wie das Meister-Symbol im Reiki geschrieben und gesprochen wird, wird es auch in den Sûtras des Buddhismus beschrieben. Es handelt sich hier um die spirituelle Essenz des Danichi Nyorai, der beides, das Weibliche und das Männliche, verkörpert, wie es in den Texten und Mandalas des Esoterischen Buddhismus und Daoismus erklärt wird.

Die Sonne steht im Daoismus für das männliche Prinzip yang, und der Mond für das weibliche Prinzip yin. Das entspricht dem buddhistischen Mandalas der zwei Welten von Mutterschoß- und Diamant-Welt. Beide sind in dem letzen Kanji des Meister-Symbols vereint. Es ist wie das Zusammenkommen von Gott und Göttin bzw. Himmel und Erde wie in den Reiki-Schriftzeichen beschrieben.

Das Meister-Symbol wird vornehmlich für die Einweihungen in alle drei Grade benutzt. Der Reiki-Meister ist dem Großen Sonnenbuddha gegenüber empfangend (yin), der über das Meister-Symbol wirkt und den Einzuweihenden gegenüber gebend (yang). Symbolisch wird der Reiki-Meister zum Schamanen wie in den Reiki-Symbolen beschrieben. Jedoch wird hier weniger um gesegnetes Wasser als um den Segen der „Spirituelle Lebensenergie“ für ein Wesen gebeten.

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Die Shingon Reiki Schriftzeichen

Shingon Reiki ist einer von mir erfundene Wortkombination aus vier chinesischen Schriftzeichen. Die Shingon Reiki Schriftzeichen setzen sich aus den japanischen Worten Shingon und Reiki zusammen. Die Reiki Schriftzeichen werden hier erklärt und bedeuten Spirituelle Lebensenergie. Shingon hingegen bedarf einer näheren Erklärung.

Shin bedeutet Aufrichtigkeit, Tatsache und Wahrheit. Bei den chinesischen Schriftzeichen ist es so, dass es gleichzeitig auch aufrichtig, wahrhaftig und wahr heißen kann.

Gon bedeutet Rede, Sprache und Wort.

Shingon bedeutet wirklich wahre Worte oder aufrichtige Sprache. Im Japanischen ist es aber gleichzeitig der Begriff für Mantras und Siddham. Mantras sind einzelne oder aneinander gereihte Silben, die, wenn man sie ausspricht, nicht nur einen Klang, sondern auch eine spirituelle Wirkung mit sich bringen. Siddham sind die Schriftzeichen der einzelnen Silben in den Mantras. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Ritualschrift, aus der sich im Laufe der Jahrhunderte das geschriebene Sanskrit entwickelt hat. Daher lassen sich die Siddham eher als magische Symbole bezeichnen. Aus einem dieser Siddham hat sich auch das Mental-Heilungs-Symbol des des zweiten Grades des Usui Reiki entwickelt.

Überdies ist Shingon auch noch der Name der Shingon-Schule des japanischen  Esoterischen Buddhismus. Übrigens sind die Begriffe esoterisch, tantrisch und okkult Synonyme aus dem Griechischen, Sanskrit und Lateinischen und bedeuten immer verborgen oder geheim.

Mikao Usui war Mönch der Tendai-Schule. Diese kommt ursprünglich aus China und hat erst in Japan im neunten Jahrhundert die Inhalte des Tantrischen Buddhismus aus der Shingon-Schule übernommen. Daher sind die buddhistischen Quellen des Usui ursprünglich auch aus der Shingon-Schule. Über das Thema, warum Usui gerade Mönch der Tendai-Schule war, ließe sich ein eigener Vortrag halten.

Doch kommen wir wieder zurück. In Kombination bedeuten die Shingon Reiki Schriftzeichen nun:

  1. Wahre Worte der spirituellen Lebensenergie
  2. Reiki mit Mantras und Siddham (Symbolen)
  3. Spirituelle Lebensenergie mit heiligen Lauten und Symbolen

Schaut man sich das inhaltlich an, lässt sich leicht erkennen, dass es sich beim Begriff Shingon Reiki nicht um die Inhalte des ersten und zweiten Grades Reiki handelt. Und zwar ist das einmal die Reiki-Kraft, die über die Hände übertragen wird und zum anderen die Symbole, die gleichzeitig eine Aussprache haben.

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Seiheki – das Reiki-Symbol der Mentalheilung

Siddham – eine alt-indische Ritualschrift

Die Siddham-Schrift sind Schriftzeichen aus dem altindischen Sanskrit. Man kann sagen, dass sie die Schrift des Sanskrit ist und dass Sanskrit die Grammatik und Sprache darstellt.

Siddham im Buddhismus

Siddham Hrih des Shingon ReikiAls die buddhistische Lehre (Sanskrit: Dharma) in Sanskrit als heilige Texte (Sanskrit: Sûtras) niedergeschrieben wurde, verwendete man die Siddham-Schrift als Alphabet. Darüber hinaus wird der Form und dem Klang einzelner Siddham ein heiliger und symbolischer Sinngehalt zugeschrieben. In diesem Fall spricht man von Keimsilben (Sanskrit: Bîjas). Mehrere Bîjas bilden ein Mantra, als wirkungskräftig geltender Spruch, zur Rezitation in RitualenIn Dhâranîs, die eine ähnliche Funktion wie die Mantras haben, aber gleichzeitig auch inhaltlich einen Sinn aufweisen, werden sie als Alphabet und Bîjas gemeinsam verwendet. Bei der Übersetzung der Sûtras ins Chinesische sind die mit den Ritualen im Zusammenhang stehenden Siddham bzw. Bîjas nicht in chinesische Schriftzeichen kanji 漢字 transkribiert worden, weil sie in ihrer Form und Aussprache erhalten bleiben müssen, damit sie in Ritualen und Meditationen eine Wirkung aufweisen können.

Siddham und Reiki

In der Heilkunst des traditionellen Usui Reiki werden Symbole zur erweiterten Anwendung von Reiki benutzt. Das Symbol zur Mentalheilung geht auf das Siddham Hrih zurück. Im Shingon Reiki krönt das Hrih das Logo und spielt eine zentrale Rolle in der Geistheilung, der Purifikation, dem Weg der Erleuchtung und in der buddhistischen Sterbebegleitung.

Entwicklung der Siddham-Geschichte

Zur Siddham-Geschichte gibt es mehrere Auslegungen von Forschern. Siddham sind die Zeichen des Sanskrit in einer alten Form, die sich aus den indischen Brahmi-Schriften entwickelt hat. Zwischen dem 3. Jahrtausend vor Chr. und dem 8. Jahrhundert sollen mehrere hundert Brahmi-Schriften entstanden sein. Wegen ihrer Ähnlichkeit wird auch davon ausgegangen, dass die Siddham-Geschichte möglicherweise auf die aramäischen Schriften zurückzuführen sei.

Aus den Siddham hat sich dann die Schrift Devanagiri entwickelt, mit der heute Sanskrit geschrieben wird. Einzelne Siddhaṃ nennt man in Japan Keimsilben shuji 種子 oder indische Zeichen bonji 梵字. Die Transliteration ins Japanische des Sanskrit-Wortes Siddhaṃ ist shittan 悉曇.

Der Siddham Begriff ist dadurch entstanden, dass eine Fibel zum Erlernen dieser Schrift, den Namen Siddham trug und dann im Laufe der Zeit zum Namen der Schrift wurde. Siddham bedeutet: Möge es perfekt sein, Perfektion, Vollendung.

Im Rahmen der Schrift des Sanskrit sind es einfach nur Zeichen zum Schreiben der Sprache Sanskrit, so wie das Alphabet im Westen, wobei den einzelnen Zeichen genauso wie im Alphabet, keine weitere Bedeutung zukommt. Eine Bedeutung entsteht erst dann, wenn mehrere Zeichen zu einem Wort aneinander gereiht werden. Darauf bezieht sich wohl die Siddham-Geschichte der Schrift für eine Sprache.

Siddham Keimsilben

Die Siddham als Keimsilben sind ursprünglich zwar die gleichen Siddham-Zeichen, haben aber jedes für sich eine tiefere Bedeutung. In einigen Schriftsystemen der Welt, wie bei den Siddham oder chinesischen Zeichen, wurden diese ursprünglich nicht zum Schreiben einer Sprache benutzt, sondern als heilige Symbole in Ritualen. Folglich haben sich die Siddham erst später zu einer Schrift einer Sprache entwickelt.

Die Siddham werden Keimsilben genannt, weil in ihnen der Keim oder die Essenz einer Kraft schlummert, die mittels Meditationen und Ritualen geweckt werden kann. Ursprünglich stammen sie aus den Veden der brahmanischen Religion. Später wurden sie vom Hinduismus und Tantrischen Buddhismus übernommen. Im Hinduismus werden sie heutzutage insbesondere in Bali und in einen Praktiken des Yoga verwendet. Im Esoterischen Buddhismus, auch tantrischer Buddhismus genannt, sind sie ein essentieller Bestandteil in Meditationen und Ritualen der Heilung sowie Erweckung des Herzens der Erleuchtung auf dem Weg der Buddhaschaft. Sie können für Rituale Lebender, Verstorbener und für weitere Zwecke verwendet werden.

Tantrischer Buddhismus – Buddhismus in Japan

Der Tantrische Buddhismus entwickelte sich gegen Mitte des 7. Jahrhunderts in Indien. Zwar gab es ihn schon vorher, jedoch wurde er erst in dieser Zeit niedergeschrieben. Von da an dauerte es nicht lange, bis ihn einige indische Mönche aus der buddhistischen Universität in Nalanda nach China überlieferten. Dort wurden die indischen Sutras dann auch ins Chinesische übersetzt.

Von China aus reisten ab dem 8. Jahrhundert indische und chinesische Mönche nach Japan, um zu lehren und es kamen auch japanische Mönche nach China, um von den dort ansässigen Mönchen zu lernen. Auf diesem Wege gelangten zahlreiche Dokumente, Skulpturen und Ritualgeräte nach Japan. Da in China verschiedene Strömungen Fuß fassten, konnten Japaner diese unverfälscht aus erster Hand lernen. Dies wurde intensiv bis in das Jahr 894 praktiziert.

Japan ist ein Land, in welches über die Jahrhunderte immer wieder kulturelle und spirituelle Güter eingeführt und integriert wurden. Zudem gehört Japan zu den wenigen Orten weltweit, wo Spirituelles bis heute auf traditionelle Weise und japanisierte praktiziert wird, ohne dass diese Inhalte durch neuere Einflüsse verdrängt wurden. Insofern konnte dort die Magie der Siddham über die Zeit überleben.

In den Lehren des Tantrischen Buddhismus liegt der Schwerpunkt der Siddham auf der Anwendung̣ in Ritualen, als magische Keimsilben und Bannsilben, die für die Anrufung von Heilsgestalten  und zur Erweckung von Kräften genutzt werden.

Artefakte

Im Laufe der Jahrhunderte kam es in der japanischen Siddham-Geschichte zur vermehrten Darstellung der Siddham in der japanischen Kunst. Zu der Malerei, Skulptur, Architektur, Ritualgeräte und sogar Schwerter gehören. Dabei ist das wohl am häufigsten auftretende Siddhaṃ, das Hriḥ des Amida 阿弥陀 auf Pagoden und Stelen, welches in der Regel für Totenrituale benutzt wurde. Diese Artefakte konnten im Gegensatz zu Papier und Holz die Zeit einfacher überdauern.

Ohne diesen Zusammenhang zu beachten, wird vielseitig angenommen, dass das Siddham Hriḥ ausschließlich mit Totenritualen zu tun hat. Dem ist jedoch bei genauerer Betrachtung und Einlassen auf die Lehren des Tantrischen Buddhismus nicht so. Es gibt sowohl Rituale für Lebende, als auch für Verstorbene.

Das hängt damit zusammen, dass jeder Heilsgestalt, wie etwa Buddhas und Bodhisattvas, je ein Siddham zugeordnet ist. Dem entgegen ist es aber möglich, dass ein Siddham auf mehrere Heilsgestalten angewandt wird. Somit ist der Buddha Amida für das Jenseits zuständig, während andere Heilsgestalten für das Diesseits und Jenseits auftreten.

Die Erforschung der Siddham

Bei den Siddham handelt es sich um ein wenig erforschtes Gebiet. Einerseits werden sie zum Beispiel in Japan, im Rahmen des tantrischen Buddhismus, häufig in Ritualen und Meditationen verwendet. Andererseits bekommt man sie selten zu Gesicht, weil ihre Anwendung eher als geheim eingestuft wird. Fragt man Mönche in Japan nach den Siddham und ihrer Anwendung, erhält man teils diffuse Antworten. Manche Mönche tun so, als würden sie darüber nichts wissen, weil sie ihr Wissen nicht preisgeben wollen. Andere hingegen wissen wenig, da sie noch nicht so weit ausgebildet sind und nur einige wenige sind bereit, konstruktiv darüber zu sprechen. Auffällig ist in japanischen Tempeln und Buchhandlungen, dass es einiges an Souvenirs und Bücher zu den Siddham gibt. Vor einigen Jahren existierte sogar ein Siddham Boom, was Mode und Design anbelangt.

Siddham in der japanischen Kunst

Was die japanische Kunst betrifft, so tauchen die Siddham insbesondere seit dem 11. Jahrhundert in allen Gattungen der Kunst auf. Ein bisher kaum erforschtes Gebiet.

Was ihre Erforschung betrifft, lag der Trend bisher vornehmlich auf der Analyse der stilistischen und ikonographischen Entwickelung einzelner Gattungen, weniger jedoch auf der Funktion und Anwendung in Ritualen und Meditationen. Von daher sieht Dr. Mark Hosak, dass es an der Zeit ist, den Fokus der Forschung auf die Funktion der Siddham auf Kunstobjekten in Ritualen und Meditation zu lenken. Zum Thema Die Siddham in der japanischen Kunst in Ritualen der Heilungsh hat Dr. Mark Hosak Dissertation geschrieben.

Mit der Ausbreitung des Buddhismus kamen die Siddham nach Japan. Bisher wurde angenommen, dass die Siddham zu Beginn des neunten Jahrhunderts mit den Geheimlehren mikkyô 密教 des tantrischen Buddhismus nach Japan eingeführt wurden. Bei der Erörterung der Geschichte der Siddham stellte Dr. Mark Hosak fest, dass die Siddham  schon erheblich früher nach Japan gekommen sind. Das wirft die Frage auf, ob es sich bei den Siddham tatsächlich nur um ein Phänomen des Tantrischen Buddhismus oder etwa um eine schulenübergreifende Erscheinung handelt.

Team Mark und Eileen 2. Grad Shingon Reiki 1. Grad Shingon Reiki Shingon Wochen 2021 Reiki Gamechanger