Wurde Mikao Usui auf dem Kurama Berg oder im Kurama-Gebirge in Reiki eingeweiht?

Hast Du Dich schonmal mit der Reiki-Geschichte beschäftigt? Wenn ja, sehr gut, dann kannst Du hier Dein wissen vertiefen. Wenn nein, bekommst Du hier ausführliche Informationen, Ergänzungen und Richtigstellungen einiger eingeschlichener Irrtümer. Denn einiges von den Überlieferungen über Reiki ist längst überholt.

So zum Beispiel auch den Glauben, dass Usui auf „dem Kurama Berg war“.

Was die meisten im Westen nicht wissen: Im Japanischen wird nicht zwischen Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl) unterschieden. Daher wird das japanische Wort Kurama-Yama meist nur mit Kurama-Berg übersetzt.

In Wirklichkeit handelt es sich nicht um einen alleinstehenden Berg sondern um das Kurama-Gebirge. Das ist eine weitläufige Gegend.

Im Kurama-Gebirge gibt es mehrere Berge und Täler, wo Mikao Usui Meditationen und asketische Praktiken durchführte. Und auf einem dieser Berge hat Mikao Usui seine Reiki-Einweihung erhalten.

Insgesamt hat Usui mehrere Kraftplätze innerhalb des Kurama-Gebirges für seine asketischen Übungen genutzt.

Was bedeutet Kurama?

Kurama bedeutet Pferdesattel. Damit sind Berge gemeint, die nicht durch ein Tal getrennt sind. Zwischen mehreren Bergen geht es nur ein wenig runter wie bei einem Sattel. So kommt man im Kurama Gebirge schnell und einfach von Berg zu Berg.

Wo ist das Kurama-Gebirge?

Das Kurama Gebirge liegt im Norden der Präfektur Kyôto, etwa 12km vom Kaiserpalast der Stadt Kyôto entfernt. Der höchste Berg ist dort etwa 570m hoch.

Heute kann man bis zum Fuß des Kurama-Gebirges mit der Bahn fahren. Von dort geht es dann in einem gemütlichen Spaziergang zum Kurama-Tempel.

Wem der Austieg doch zu mühselig ist, kann bei Bedarf ein großes Stück mit der Zanradbahn hochfahren.

Damals zu Mikao Usuis Lebzeiten war es allerdings alles andere als einfach, dorthin zu gelangen. Es gibt in Japan sehr viele Berge, darunter auch viele heilige Gebirge, die Mikao Usui hätte besteigen können.

Warum wählte er gerade das so entlegene Kurama-Gebirge?

Warum ist Mikao Usui ausgerechnet nach Kurama gegangen?

Nachdem Mikao Usui lange Zeit versucht hatte, die Bedeutung und Anwendung der Symbole herauszufinden, die er in alten buddhistischen und shintoistischen gefunden hatte, begab er sich drei Wochen in das Kurama-Gebirge, um dort zu meditieren.

Im Kurama Gebirge gibt es zahllose Plätze für asketische Übungen, um spirituelle Fähigkeiten zu erlangen. Das war bereits zu Usuis Lebzeiten seit Jahrhunderten bekannt. Wahrscheinlich glaubte Usui aufgrund der Überlieferungen, dass die Energien für sein Vorhaben hier besonders günstig seien.

Gleichzeitig ist diese Gegend auch für das Unheimliche und Gefahrvolle aus der Literatur bekannt.

Welche Gefahren lauern auf dem Kurama?

Im Sarashina Nikki, einem Tagebuch aus dem frühen 11.Jahrhundert steht:„Kurama ist so durchwachsen, dass, auch wenn Du Dich für eine Pilgerreise dorthin entscheidest solltest, Du vor Furcht doch nicht aufbrechen wirst.“

Seit alters her ist das Kurama-Gebirge dafür bekannt, dass es dort von ungemütlichen bösen Geistern wimmelt, die mit herannahenden Besuchern ihr Unwesen treiben. Darüber hinaus gibt es bis heute noch andere Hindernisse, die vielleicht besser nicht zu unterschätzen sind.

Aber wenn Du kein Japanisch kannst, brauchst Du Dir darüber keine Sorgen machen. Du weißt ja: “Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß”. Auf dem Weg nach oben gibt es nämlich Schilder in japanischer Sprache, auf denen geschrieben steht, dass dringend davon abzuraten ist, tiefer in den Wald einzudringen, wenn man nicht gerade nähere Bekanntschaft mit einem oder mehren japanischen Bären machen möchte.

Etwa einmal pro Jahr steht in Japan in der Zeitung, dass jemand die Bären mit Honig füttern wollte. Nicht selten kommt es dann vor, dass der Bär so begeistert ist, dass er gleich den Arm oder andere Gliedmaßen des Honigspenders mit verputzt.

Wer vor einem Bären flüchtet, sollte übrigens aufpassen, dass er nicht auf eine Mamushi tritt. Das ist eine japanische Giftschlange mit sehr hübschem gelb-schwarzen Muster. Wer von diesen gebissen wird, hat dann nicht mehr viel Zeit nach Kyôto zu gehen, um in die Zeitung zu kommen.

Willst Du mit mir in das Kurama-Gebirge?

Wenn Du trotz alledem Lust verspürst, den Kurama Berg zu besteigen, melde Dich doch einfach mal bei mir. Ich führe Dich gerne dorthin – und natürlich auch wieder zurück. Da ich einige Wochen meines Lebens in den japanischen Wäldern verbracht habe, kenne ich mich da recht gut aus.

Natur und heiße Quellen im Tal der Kurama Berge

Was die Natur angeht, so ist das Kuarama-Gebirge bewaldet. Die Luft ist sehr rein und erfrischend.

In dem Ort am Fuß des Berges gibt es auch eine heiße Quelle namens Kurama Onsen. Ob Sommer oder Winter, einen Abstecher dorthin kann ich sehr empfehlen. Da es sich um ein sogenannten Rotenburo handelt, eine heiße Quelle im Freien, hast Du umgeben von jahrhundertealten Zedern einen wunderschönen Blick auf den Kurama Berg.

Falls Du nicht kochfest bist, halte Dich am besten von der vulkanischen Quelle fern, aus der das heiße Wasser tief aus Mutter Erde entspringt. Die Temperatur kann daher auch sehr variieren. Um Dich später abzukühlen, kannst Du auch auf dem Weg zum Tempel in einen Wasserfall hüpfen, unter dem es eine Meditationsvorrichtung gibt.

Das ist auch einer der Orte, wo Mikao Usui meditiert hatte.

Der Kurama Tempel und Erleutungserfahrungen

Neben den kleinen Hindernissen und der bezaubernden Natur ist das Kurama-Gebirge in der japanischen Geschichte und Literatur als ein sehr heiliger Berg bekannt, wo schon manch einer erleuchtende Erfahrungen gesammelt hat.

Der Mönch Kantei, bester Schüler von Ganjin, wurde im Jahre 770 n. Chr. von einem weißen Pferd auf den Kurama Berg geführt und hatte dort ähnlich wie Mikao Usui eine Vision, während der er von Maoson eine spirituelle Energieübertragung erhielt und von Bishamonten erleuchtet wurde.

Das war für ihn der Grund auf dem Kurama Berg einen Tempel zu gründen.

Wenig später im Jahre 796 hatte der Oberbeauftragte für den Bau des Tôji Tempel Fujiwara Isendo (759-827) auf dem Kurama Berg eine ähnliche Erfahrung mit der 1000-armigen Göttin Senju Kannon, woraufhin er dem Tempel einige Gebäude und eine Pagode hinzufügte.

Es ist sehr wahrscheinlich, daß Mikao Usui davon gewußt hatte und entsprechend den Kurama Berg für sein Vorhaben auswählte.

Wegen der mystischen Erfahrungen einiger Personen im achten Jahrhundert sind der Begründer des Schamanismus in Japan namens Maoson, und die buddhistischen Heilsgestalten Bishamonten und Senju Kannon als Trinität namens Sonten die Spirits, die im Kurama Tempel Verehrung finden.

Sie stehen symbolisch für die im Universum lebende Seele, das glorreiche Licht und die Aktivität des Geistes. In den verschiedenen Tempelgebäuden gibt es von ihnen mehrere Skulturen zur Verehrung und für Rituale.

Einfach gesagt handelt es sich dabei um Kraft, Licht und Liebe.

Über viele Jahrhunderte diente der Tempel dazu, die Hauptstadt Heian-kyô (heute Kyôto) vom Norden zu schützen. Der Tempel liegt auf halben Wege zu den Gipfeln.

Feuer und Taifune auf dem Kurama

Leider sind die alten Gebäude im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zerstört worden.

Die Originalgebäude wurden 1126 durch ein Feuer zerstört. Im folgenden Jahr wurden die heute noch erhaltenen Skulpturen der Götter Bishamonten und Kichijôten geschaffen.

1133 wurde der Tempel auf den Befehl von dem zurückgetretenen Kaiser Gotoba Tennô repariert und neu geweiht.

Dann im Jahre 1236 brannte der Tempel erneut nieder und konnte bis 1248 wieder aufgebaut werden. Von da an blieb der Tempel bis ins 20. Jahrhundert unversehrt.

Bei dem jährlichen Feuerfest (Hi matsuri) im Jahre 1945 sprangen einige Funken von großen Fackeln (eine Fackel ist so groß, daß sie von mehreren Leuten getragen werden muß) auf die alten Gebäude über, dass diese bis auf den Grund niederbrannten.

Die heutige Haupthalle stammt aus dem Jahre 1971. Das bedeutet, daß Mikao Usui im Jahre 1922 ganz andere Tempelgebäude erlebt hat, als die heutigen Besucher. Entsprechend ist die Energie der Gebäude auch nicht so stark wie wahrscheinlich damals.

Im September 2018 erreichte das Kurama-Gebirge einen verheerenden Tsunami, der hunderte von Metern lange Schneisen in den Wald riß. Ich war selber im Mai 2019 dort vor Ort und habe das Ausmaß dieser Katastrophe gesehen.

Der Kurama Tempel ist zum Glück weitgehend unversehrt geblieben. Direkt daneben standen weit und breit keine Bäume mehr. Ich kann mir vorstellen, dass einige buddhistische Rituale mit den Schützer-Spirits geholfen haben, das Schlimmste abzuwenden.

Einige hundert Meter vom Hauptgebäude sind auf den Hügeln noch einige Shinto Schreine. Dieses wurden leider weitgehend den Erdboden gleich gemacht. Dazu gehört der kleine Schrein vor dem heiligen Sugi-Baum, an dem Mikao Usui höchstwahrscheinlich seine Erleuchtung erlangte und in die Reiki-Kraft eingeweiht wurde.

Auch ein alter Drachenkraftplatz mit Teich wurde vollkommen zerstört. Die Spirits sind weiterhin dort und es ist erstaunlich, dass noch viel von der Kraft erhalten ist. Es ist aber trotzdem sehr traurig zu sehen, dass die alten Gebäude und Kraftplätze aus Usuis Lebzeiten nicht mehr vorhanden sind.

Das Kuarama-Gebirge als Kraftplatz ist aber natürlich erhalten geblieben. Und so kann jeder, wer dort hinkommt, die mystische Präsenz dieses Kraftplatzes erleben.

Welche buddhistische Schule gehört zum Kurama Tempel?

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die buddhistische Schule des Tempels mehrfach. Bei der Gründung des Tempels im Jahre 770 gab es offiziell noch keinen Esoterischen Buddhismus in Japan und damit auch keine Schule der Geheimlehren des Buddhismus wie etwa die Tendai- oder Shingon-Schule.

Da der Gründer Kantei der beste Schüler von Ganjin war, ist es wahrscheinlich, dass die erste buddhistische Schule des Kurama Tempels auf ihn zurückgeht und daher die Ritsu Schule des Mahâyana Buddhismus war.

Allerdings weiss man auch von Ganjin, dass er als chineisscher Mönch bereits tantrische Lehren mit Mantras, Mudras und Bijas nach Japan brachte.

Zwischen 889 und 1113 gehörte der Tempel der von dem Mönch Kûkai gegründeten Shingon Schule an. Das ist eine ziemlich lange Zeit. Somit prägten über 200 Jahre Shingon-Rituale die Kraft des Tempel und der Umgebung.

Dennoch ist der Kurama Tempel von der Kraft nicht mit den großen Shingon Tempeln oder gar dem Koyasan vergleichbar, da Schulen im Laufe der folgenden Jahrhunderte noch einige Male wechselten.

Später wechselte der Tempel für einen langen Zeitraum zur Tendai-Schule.

Beide Schulen Shingon und Tendai zählen zu den Geheimlehren des Esoterischen Buddhismus in Japan.

Ich gehe davon aus, dass dies für Mikao Usui besonders interessant war, weil die Geheimlehren insbesondere der Shingon Schule in die Lehre des Usui Reiki mit eingeflossen sind. Dies zeigt sich besonders an den Ursprüngen der Reiki-Symbole.

Kleine Bemerkung am Rande: Ich gehe deswegen so ausführlich darauf ein, weil es in Reiki-Kreisen eine Diskussion über Usui und diese Schulen gibt. Manche Reiki-Meister glauben, dass Usui Mönch genau der buddhistischen Schule war, die auch auf dem Kurama-Tempel vertreten ist.

Schaut man sich diese historischen Zusammenhänge an, wird klar, dass die Tempel-Schule nichts mit Usuis Mönchs-Schule zu tun haben kann.

Welcher buddhistischen Schule gehört der Kurama Tempel heute an?

Zwei Jahre nach dem großen Feuer 1945 wurde die Kurama Kôkyô Schule gegründet, die dann 1949 den Tempel übernahm und diesen zu ihrem Haupttempel weihte.

Die Kurama Kôkyô Schule ist als Zweig der esoterischen Tendai Schule gerade auf Grund der erleuchtenden Erfahrungen zahlreicher Pilgerer aus Legende, Geschichte und Gegenwart im Jahre 1947 ins Leben gerufen worden. Einer der Pilger davon war Mikao Usui.

Streben nach Erleuchtung und den Wesen helfen wie Usui

In der Lehre der Kurama Kôkyô Schule heißt es, dass der beschwerliche Aufstieg auf den Kurama Berg dem Streben nach Erleuchtung gleicht. Mit Erleuchtung kann auch das Erreichen eines Ziels durch die Hilfe der Spirits gemeint sein.

Erleuchtung kann genau dort im Gebirge erreicht werden. Der Abstieg hingegen kommt einem Bodhisattva gleich, der in die Welt herabsteigt, um den Wesen zu helfen.

Das wird damit begründet, dass Himmel, Erde und die Wesen dazwischen Ausstrahlungen von dem Großen Sonnenbuddha Dainichi Nyorai sind, der alle Sûtras predigt und von dem die spirituelle Lebensenergie Reiki kommt.

Erinnert das nicht an Mikao Usui? Auf der Suche nach des Rätsels Lösung besteigt er die Kurama Berge, erlangt nach dreiwöchiger Meditation Erleuchtung und kehrt zurück, um der ganzen Welt viel Gutes zu bringen.

So gesehen sind alle, die Reiki praktizieren auch Bodhisattvas, wenn sie angefangen mit Usui sich anstrengen, der den Wesen der Welt und der Natur gutes zu tun.

Die Energie, die jedes Lebewesen zum Leben erweckt, geht auf die drei Spirits des Kurama Tempels zurück.

Das sind Senju Kannon, Bishamonten und Maoson.

Die Lebensregeln im Kurama-Tempel

Die drei Spirits werden Trias (Son-Ten) genannt. Es ist wichtig, dass jeder Besucher des Kurama dieses Trias in sich selbst sucht. Das sind Liebe, Licht und Lebenskraft. Um das zu erreichen gibt es drei Lebensregeln, die Shinkô no sankajô gennant werden und an die Lebensregeln des Mikao Usui erinnern:

  1. Es ist notwendig, sich für gutes Karma einzusetzen, indem von schlechten Taten und
    übler Nachrede abgesehen wird. Um ein bescheidenes Selbst zu verwirklichen, sollte man freundlich zu allen Lebewesen sein und an sich anstrengen gutes Karma aufzubauen.
  2. Man soll sich bemühen, ein Mensch zu werden, der mit reinem Herzen durch die Welt
    schreitet.
  3. Man soll von den drei Spirits Sonten ihre edle Kraft empfangen und einen starken
    Glauben entwickeln.

Verglichen mit den Lebensregeln des Mikao Usui gibt es hier enorme Ähnlichkeiten:

  1. Ärgern – lass sein (Ärgere Dich nicht und andere auch nicht)
  2. Sorgen – lass sein (Sorge Dich nicht und andere auch nicht)
  3. Sei dankbar
  4. Setze Dich für gutes Karma ein
  5. Sei freundlich zu allen Lebewesen

Kraft und Symbolik der Kurama Spirits

Die drei Spirits drücken Liebe, Licht und Lebenskraft aus.

Liebe steht für Senju Kannon. Das ist ein Bodhisattva mit 1000 Armen, die jedem Wesen helfen, den Geist von Leid bringenden Gewohnheiten zu befreien.

Das Symbol von Senju Kannon ist das Kiriku. Das ist eine Sanskrit-Silbe aus der Siddham-Schrift, die auch als Keimsilben Bija oder Bonji bezeichnet werden.

Dieses Symbol ist der Vorläufer des Symbols Seiheki der Reiki Mentalheilung. Seiheki bedeutet Leid bringenden Gewohnheiten korrigieren.

Bishamonten ist ein Deva, der in mit seiner Pagode das Dainichi Nyorai in der Hand hält. Dieses Licht besteht aus den Zeichen für Sonne und Mond. Das ist ein Teil des Meistersymbols Daikômyô.

Gleichzeitig steht die Pagode für den Buddha und die Erleuchtung, die einem jeden Wesen innewohnt. So ist die Pagode das Symbol, welches die Große Sonne mit den Lebewesen verbindet wodurch auch Fernheilung mit Reiki ermöglicht wird.

Warum ist das so? Weil das Honshazeshônen eine stilisierte Pagode ist.

Maoson ist der Begründer des japanischen Drachen-Schamanismus, der im Kurama-Tempel besonders verehrt wird. Er bringt mit den Drachen die spirituelle Lebensenergie zu denen, die für dieses Geschenk reif sind.

Die Mythologie des Kurama

Vor über 6 Millionen Jahren soll Maoson von der Venus auf die Erde gekommen sein. Als König, verantwortlich das Böse zu stürzen und als Spirits der Erde ist es seine Aufgabe, die Wesen zum Glück zu führen. Eine Methode dieses zu tun, besteht darin, denen durch Einweihung einen Weg zu zeigen, die aufrichtig suchen und in die Kurama Berge zum Meditieren kommen.

Mikao Usui hatte während seines dreiwöchigen Aufenthaltes auf einem Kurama Berg die Morgenstern-Mediation durchgeführt. Mit dem Morgenstern ist die Venus gemeint. Von dort kam das immer wieder beschriebene Licht auf ihn zu.

Zu Maosons Zeiten gab es die japanischen Inseln noch nicht. Dann schuf ein Unterwasservulkan mit der Kraft von Mutter Erde den Kurama Berg und erfüllte diesen mit Lebensenergie bestehend aus Liebe, Licht und Lebenskraft (im Sinne von Aktivität).

Seither haben viele Menschen auf dem Kurama Berg Reiki empfangen können. Doch nur die Menschen, die in der Geschichte Erwähnung finden, sind bekannt. Mikao Usui wird dieses in jedem Fall gewußt haben.

Folgt man dem Weg tief in den Wald, kommt man zum Inneren Heiligtum (Oku no in), wo Iwakura der Geisterkönig der sechs höheren Welten der Wünsche verehrt wird, weil er genau an dieser Stelle auf die Erde herabgestiegen sein soll.

Es gibt in Japan mehrere Berge, wo Götter auf die Erde herabgestiegen sind. Was auch immer das bedeutet, ihre Energie ist an diesen Kraftplätzenistspürbar.

Im Kurama Engi, ein Text über die Ursprünge des Kurama Tempels, wird erzählt, dass mit dem Geisterkönig Iwakura viele gute Omen in Verbindung gebracht werden.

Volksheld Yoshitsune

Um den Kurama Berg gibt es unzählige wundersame Geschichten bekannter Persönlichkeiten wie Mönche, Samurai und Kaiser aber auch zahlreiche Spirits. Die wohl bekannteste Geschichte, möchte ich nun kurz erzählen.

Im 12. Jahrhundert gab es viele Auseinenadersetzungen zwischen den neu entstandenen Kriegerfamilien der Samurai.

Die beiden stärksten heißen Taira und Minamoto. Die Taira-Familie hatte irgendwann die wichtigsten Personen der Minamoto ausgemerzt, jedoch die Frauen und Kinder am Leben gelassen.

Eines der Kinder namens Yoshitsune wurde in den Kurama Tempel gesteckt. Dort sollte er weitab vom politischen Geschehen Mönch werden. Auch seine Herkunft wurde ihm nicht verraten.

Wegen seines großen Freiheitsbedürfnisses schlich er sich Tag für Tag aus dem Kloster in die Wälder und lernte dort von einem Waldgeist mit langer Nase namens Tengu den japanischen Schwertkampf Kenjutsu.

Eigentlich sind die Tengu des Kurama Berges dafür bekannt, daß sie mit Vorliebe Mönche und Asketen mit dem Kopf nach unten an die Bäume hängen und dann lebendig aufessen. Das klingt nicht sehr nett.

Aber bei Yoshitsune haben sie wohl eine Ausnahme gemacht. In Wirklichkeit waren es aber nicht die Tengu, die Yoshitsune unterrichtet haben sondern die Ninja. Das wird in der japanischen Geschichtsschreibung aber möglichst nicht erwähnt, weil man den Ninja alles Böse in die Schuhe schiebt, um die Samurai als ehrenhaft darzustellen.

Die Ninja wiederrum haben eine enge Verbindung zu den Bergasketen Yamabushi der japanischen Magie Shugendô. Begibst Du Dich im Kurama Gebirge in die etwas tieferen Gefilde, kommst Du zu den Trainingsstätten der Bergasketen.

Den Ort im Wald, wo Yoshitsune trainiert hat, kann man noch heute sehen. Dort wachsen viele Wurzeln über der Erde, daß man leicht stolpern kann. Ein idealer Ort zur Perfektionierung der Fußarbeit in Kampfkünsten. Heute gibt es ihn zu Ehren auf dem Kurama Berg in der Nähe der vielen Wurzeln einen Yoshitsune Schrein.

Und das ist genau der Ort, wo Usui in Reiki eingeweiht wurde.

Viele Jahre später als Yoshitsune nach Kyôto ging, kam er Flöte spielend an eine Brücke, wo der damals sehr gefürchtete Kriegermönch Benkei wartete. Eigentlich hatte dieser sich geschworen 100 Männer zu besiegen, um ihre Schwerter einzusammeln und keinen Mann über die Brücke zu lassen, wer nicht gegen ihn kämpft.

Den kleinen Yoshitsune wollte er aber wegen seines jungen Alters passieren lassen. Doch Yoshitsune reizte den großen Benkei, daß es schließlich doch zu einem Kampf kam. Anstelle nun in die Offensive zu gehen, tänzelte er hin und her, wie er es zwischen den Wurzeln gelernt hatte, daß Benkei schließlich nach vielen Bemühungen erschöpft zu Boden fiel und sich geschlagen gab. Von da an wurde Benkei Yoshitsunes Bodyguard und begleiete ihn ein Leben lang.

Eines Tages erfuhr Yoshitsune von seiner wahren Abstammung und schwor sich seiner Familie ihren Ruhm zurückzubringen. Es kam zu vielen Kämpfen, bis Yoshitsune am in der Schlacht von Dan no Ura die Taira-Familie endgültig besiegt hatte. Daraufhin wurde Yoshitsune im ganzen Land als größter Held gefeiert.

Yoshistunes älterer Halbbruder Yoritomo, der inzwischen in Kamakura einen großen Machtsitz aufgebaut hatte und bald auch der erste Shôgun wurde, war über seinen so groß gefeierten kleinen Bruder Yoshitsune jähzornig und eifersüchtig, daß er ihn von seinen Truppen durch ganz Japan verfolgen ließ.

Durch einen Verrat wurde Yoshitsune im Norden Japans in Hiraizumi entdeckt. Eine Legende sagt, daß er von den Truppen umgebracht wurde, eine weitere, daß er rituellen Selbstmord begangen hat und noch eine weitere, daß er von dort aufs Festland flüchtete und sich später als Dschingis Khan entpuppt hatte.

Wie dem auch sei, seine Geschichte hat viel zu der Berühmtheit des Kurama Tempels beigetragen. Außerdem zeigt sich hier, wie dicht Heilkunst und Kampfkunst beieinander stehen.