Mikao Usui und der Meiji-Tenno

 

Das Leben des Mikao Usui

Mikao Usui wurde am 15. August 1865 im japanischen Dorf Taniai (heute Miyama cho) im Verwaltungsbezirk Yamagata in der Präfektur Gifu geboren. Japan war 1865 nach einem selbst auferlegten Exil gerade dabei, sich wieder zu öffnen. Durch das Exil stand das Land kulturell in voller Blüte, lag jedoch militärisch und technologisch gesehen weit hinter der westlichen Welt. Damals war Kyoto die Hauptstadt von Japan und blieb es auch bis zur Erneuerung der kaiserlichen Macht zu Beginn der Meiji-Zeit. Im Jahre 1868 wurde Tokyo zur neuen Hauptstadt eines neuen neuen Japans.

Reiki-Schriftzeichen - Dr. Mark Hosak

Mikao Usui

Mikao Usui war der Begründer des Stils, der heute als “Methode der natürlichen Heilung mit spiritueller Lebensenergie (Reiki) nach Usui” bekannt ist. Niemand wird je die ganze Lebensgeschichte von Mikao Usui erfahren. Es sind noch Bruchstücke vorhanden, die irgendwie zusammen gefügt werden können, jedoch werden sie nie ein Ganzes ergeben. Wir müssen uns mit dem Wissen, das erworben werden kann, begnügen, und uns die Übungen, die uns für unsere spirituelle Entwicklung da gelassen wurden, zunutze machen.

Es gibt sehr wenige historische Fakten über Usuis Lehren, deren Anspruch auf Authentizität hinreichend geprüft und beglaubigt wurde. Das heißt nicht, dass nicht jede Menge Geschichten über ihn und seine Lehren erzählt werden. Die gibt es zur Genüge.

Die offenkundigste Information stammt von Mikao Usuis Gedenkstein. Er wurde nur ein Jahr nach seinem Tod aufgestellt und lässt daher wenig Spielraum für drastische Änderungen der historischen Information. Vor kurzer Zeit wurde behauptet, dass die Schüler, die die Niederschrift auf dem Gedenkstein vorgenommen haben, niemals Rücksprache mit Usuis Familie gehalten haben. So kann es sein, dass Informationen fehlen, die für ein wahrhaft umfassendes Andenken an Mikao Usui relevant sind.

Heutzutage unterbreiten traditionelle japanische Lehrer neue Behauptungen über die Geschichte von Usui und seinen Lehren. Die Existenz mancher dieser Lehrer sowie ihre Informationen müssen noch überprüft werden. Es gibt eine Reihe von Gruppierungen, die die Reiki-Gemeinschaft mit solchen Behauptungen beschenken. Manche dieser Gruppierungen scheinen verlässlicher und beständiger zu sein als andere. Solange diese Informationen nicht einigermaßen verifiziert sind, sollten sie besser mit Interesse und Vorsicht betrachtet werden.

Reiki Gamechanger

Heute erinnert noch die Inschrift seines Namens, eingraviert in ein großes Torii-Tor am Amataka-Schrein in der Nähe seiner ehemaligen Wohnstätte, die Menschen in seinem Heimatdorf Miyamo cho an Mikao Usui. Die drei Gebrüder Usui stifteten den Stein-Torii im April 1923. Mikao Usuis Brüder Sanya und Kuniji wurden von Beruf Arzt und Polizist. Er hatte auch eine ältere Schwester namens Tsuru. Der Name seines Vaters war Uzaemon und seine Mutter stammte aus der Familie Kawai.

Die Gesellschaft, in die Mikao Usui hinein geboren wurde, war ein Zwei-Klassensystem. Es gab eine Unter- und eine Oberschicht. Er selbst gehörte zur privilegierten Schicht. Angehörigen der Unterschicht war bis 1870 nicht einmal der Luxus eines Familiennamens vergönnt. Die Familie Usui gehörte den hatamoto Samurai an und hatten somit unter den Rängen der Samurai einen hohen Grad inne. Die Hatamoto gehörten zur Leibgarde des Shoguns. Aufgrund der in den 1860er Jahren begonnenen großen Umwälzungen im Land wurde der Stand der Samurai nicht mehr länger benötigt.

Ahnenreihe

Auf Mikao Usuis Gedenkstein steht geschrieben, dass der berühmte Samurai Tsunetane Chiba (1118 bis 1201) sein Vorfahr war. Neuerdings jedoch merkte Hiroshi Doi an, dass dies inkorrekt ist und in Wahrheit Toshitane Chiba, ein berühmter Kriegsherr aus dem 16. Jahrhundert, sein Vorfahr ist. 1551 eroberte dieser die Stadt Usui, wonach alle Familienmitglieder diesen Namen annahmen. Ob nun Tsunetane oder Toshitane Mikao Usuis Ahn gewesen war, ist belanglos. Beide stammten, wie Usui, vom Chiba-Clan ab.

Der Chiba-Clan war laut eigener Familienaufzeichnungen einst eine einflussreiche Familie in Japan gewesen. Das Familienwappen der Usuis, auch bekannt als Chiba-Wappen, wird als Kreis mit einem Punkt an der Spitze gezeichnet. Der Kreis symbolisiert das Universum, und der Punkt (im Japanischen die Repräsentation eines Sterns) den Nordstern. Der Nordstern bewegt sich aus Sicht der Erde nicht, während das Universum sich um ihn herum bewegen muss.

Mikao Usui wurde als Tendai Buddhist geboren und studierte laut neuester Forschungen in einem Tendai-Kloster. Früher dachte die westliche Welt, er sei als Christ geboren worden. Vermutlich hat Hawayo Takata diese Information als Reaktion auf die anti-japanische Stimmung in Nord-Amerika während und nach dem 2. Weltkrieg hinzugefügt. In Wirklichkeit war das Christentum zur Zeit von Usuis Geburt in Japan gesetzlich verboten.

Kampfkunst und Karriere

Nach den Lehren von Suzuki san begann Mikao Usui im Alter von zwölf Jahren mit dem Training der Kampfkünste. Er studierte auch eine frühe Form von Daito ryu und erreichte 1889 den höchsten Grad der Meisterschaft Menkyo Kaiden im Ringen und im Waffenkampf.

Von seiner Jugend an übertraf er seine Kameraden in harter Arbeit und Bemühung. Als er älter wurde, besuchte er Europa und Amerika und studierte in China.

 

Von Natur aus war er vielseitig und liebte es, Bücher zu lesen. Er vertiefte sich in Bücher über Medizin und Geschichte sowie buddhistische und christliche Schriften und war auch bewandert in Psychologie, Taoismus und selbst in der Kunst der Divination, Inkantation und Physiognomie.

 

Aufgrund seiner vielen Reisen durch Japan und in Übersee war auch seine Karriere abwechslungsreich. Zeitweise, so Frank Armjava Petter, war Mikao Usui der Privatsekretär des Politikers Shinpei Goto. Neben anderen Positionen war dieser Direktor der Standard-Eisenbahn (Governor of the Standard of Railways)1920 wurde Shinpei Goto Oberbürgermeister von Tokyo. 

Zur Jahrhundertwende war teate, Heilen durch Handauflegen, sehr beliebt in Japan. Eguchi Toshihiro, ein Freund und in den 1920er Jahren Studienkollege Mikao Usuis, gründete das Forschungszentrum für Heilung durch Handauflegen Tenohira Ryoji Kenkyu kai.

Männer aus Mikao Usuis Klasse waren gut in den Künsten ausgebildet. Funakoshi Gichin, der Begründer des modernen Karate, schrieb, dass er als junger Karateka zu einer “Mondschau-Party” ging. Diese bestand darin, dass junge Karateka im Kreis saßen, über Karate redeten und Poesie unter dem Mond rezitierten. Chris Marsh erklärte, dass Funakoshi, Kano Jigoro (Begründer des Judo) und Ueshiba Morihei (Begründer des Aikido) Mikao Usui kannten.

Usui hat seine Zuneigung zur Poesie durch die Einbeziehung von 125 waka-Gedichten in seine Lehren unter Beweis gestellt. Während der nationalen Isolation Japans war der Fokus sehr auf die Künste, darunter auch klassische chinesische Arbeiten, gerichtet. In einem Buch aus dem Jahre 1933 beschreibt ein Schüler Usuis eine Technik namens hatsurei ho. In dieser Technik wird ein waka-Vers innerlich rezitiert in der Absicht, mit ihm zu verschmelzen und eins zu werden.

In Mochizuki Toshitakas Buch gibt es ein Gruppenfoto vom 16. Januar 1926, auf dem Mikao Usui mitsamt Familie sowie Freunden und Schülern von ihm versammelt zu sehen sind. Dave King behauptet, dass Tenon-In ihm gesagt habe, Kano sei ganz rechts auf dem Bild zu sehen. Obwohl es eine leichte Ähnlichkeit gibt, wird dies von jeder kontaktierten Kampfkunst-Quelle dementiert (dazu gehören auch geachtete Autoritäten wie das Kodokan Institut für Judo in Japan, Stanley Pranin vom Aikido-Journal, sowie Mike Skoss vom Koryu Buch-Verlag).

Mikao Usui war niemals ein Gelehrter mit Doktorgrad im westlichen Berufssinn, doch wurde er laut Schülern von Suzuki san ein zaike, ein Laienpriester des Tendai Buddhismus. (Usui Mikao was never a doctor as professed in the West but did become a lay Tendai priest called a zaike according to students of Suzuki san. Ich schreibe den Originaltext dazu, weil “doctor” eigentlich Arzt bedeutet, ich aber nicht den Zusammenhang zur Laienpriesterschaft in diesem Satz erkennen kann.) Dies bedeutete, dass es ihm gestattet war, mit seiner Familie zu Hause zu leben anstatt im Tempel, wie es gemeinhin von Priestern erwartet wurde. Es wird ihm nachgesagt, dass Usui zu der Zeit, als er ein zaike wurde, den buddhistischen Namen Gyoho, Gyohan oder Gyotse annahm.

Ebenfalls wird angenommen, dass Mikao Usui Techniken und Beschwörungsformeln jumon, die ihren Ursprung aus Shinto- und Tendai-Praktiken haben, in seine Lehren mit einfließen ließ.

Familie

Mikao Usui heiratete Suzuki Sadako und bekam mit ihr zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen namens Fuji und Toshiko. Fuji (1908-1946) lehrte an der Universität in Tokyo, Toshiko starb 1935 im zarten Alter von 22 Jahren. Die Asche aller Familienmitglieder liegt auf dem Friedhof des Saihoji-Tempels in Tokyo begraben.

Lehre

Es ist unmöglich, ein Datum für den Beginn von Usuis Lehrtätigkeit anzugeben. Zur Jahrhundertwende war er 35 Jahre alt und laut Aussage von Suzuki san, die behauptet, seine Menkyo Kaiden Urkunde gesehen zu haben, seit Mitte Zwanzig ein professioneller Kampfkünstler. Suzuki san kannte Mikao Usui als Cousine seiner Gattin ihr ganzes Leben lang. Ihr wird nachgesagt, dass ihre formelle Ausbildung bei ihm 1915 begann, als sie 20 Jahre alt war. Bis zu seinem Tod im Jahre 1926 blieb sie mit ihm in Verbindung. Offenbar haben Suzuki san und die anderen elf noch lebenden Schüler Usuis eine Sammlung von Papieren aufgehoben, in denen die Lebensregeln, waka-Gedichte, Meditationen und Lehren enthalten sind.

In einem Artikel, der 1928 übersetzt wurde, gibt ein Schüler Chujiro Hayashis an, dass das System der natürlichen Heilung vor Jahrzehnten gegründet wurde. Aus diesem Grunde wird angenommen, dass Usuis Lehrtätigkeit bereits lange vor 1922, dem Jahr, welches die Gesellschaft für das Heilen durch Usui-Reiki Usui Reiki Ryoho Gakkai als ihr Gründungsjahr angibt, begann.

Usui Do und Usui Teate

Usuis Lehre wurde nach ihm “Usui do” – “der Weg des Usui” – genannt. Die Art, die er an Menschen praktizierte, würde wohl am ehesten als Usui teate, also als “Handauflegen nach Usui”, bezeichnet werden. Seine frühen Schüler hatten wohl niemals das Wort “Reiki” in Zusammenhang mit der Gesamtheit von Usuis Lehren gehört. Das Wort Reiki wurde zwar des Öfteren in Verbindung mit Usuis Lehren verwendet, jedoch nicht als deren Eigenname, sondern in seiner buchstäblichen Bedeutung als spirituelle Energie. Erst als es in den Westen kam, wurde das Wort Reiki zum Namen der gesamten Heilmethode. Die Erschaffung dieses Namens kann in Alice Takatatas Grauem Buch (Gray Book) nachgelesen werden.

Man geht davon aus, dass das Ziel dieser Lehren war, eine Methode zur Erlangung von Erleuchtung darzubieten. Jedoch im Gegensatz zu Religion war daran kein Glaubenssystem angehängt. Obwohl es eigentlich um Erleuchtung ging, waren die Heilwirkungen, die die Schüler erzielten, ein erfreulicher Nebeneffekt. Was Mikao Usuis Lehren von anderen Handheilungsmethoden unterscheidet, ist sein Einsatz von reiju oder Einstimmungen, um die Schüler an ihre spirituelle Verbindung zu erinnern. Anscheinend haben alle Schüler von Mikao Usui reiju und die fünf Lebensregen erhalten. Diejenigen mit einem tieferen Interesse wurden hingebungsvolle Schüler. Es scheint anfangs keine Unterscheidung zwischen Klienten und Schülern gegeben zu haben. Dies änderte sich 1917, als die Menschen begannen, Mikao Usui zu unterschiedlichen Zwecken aufzusuchen. Manche suchten Heilung, andere spirituelle Lehren.

Mantras, Meditationen und Symbole

Durch Schüler von Suzuki san wird Usui nachgesagt, dass dieser seinen Schülern Mantras ursprünglich als Hilfsmittel gegeben haben soll, um sich mit bestimmten Energieformen verbinden zu können. Da jeder Mensch seine eigene individuelle Lernweise hat, wäre der Menschheit mit nur einem einzigen Hilfsmittel nicht gedient. Auch wurden Meditationen zu den Lehren hinzu gefügt. Als die Gesellschaft für das Heilen durch Usui-Reiki Usui Reiki Ryoho Gakkai gegründet wurde, wurden die Lehren formeller. Es wurden Handpositionen gelehrt für diejenigen, die mit der intuitiven Behandlung Schwierigkeiten hatten. Symbole wurden zu den Mantra-Rezitationen hinzu gefügt, die das Heraufbeschwören spezifischer Energien erleichterten. Die Einführung von Symbolen war sinnvoll für all jene, die wenig Erfahrung mit spiritueller Arbeit bzw. Schwierigkeiten mit dem Erspüren von Energien hatten.  

Ob nun Mantras und Meditationen allein oder Mantras in Kombination mit Symbolen geübt wurden, machte keinen großen Unterscheid, weil der Fokus all dieser Techniken auf der Arbeit mit derselben Energie lag.

Der Kurama-Berg und Hiei Zan

Dem Gedenkstein zufolge entwickelte Mikao Usui seine Lehren, fast einem Wunder gleich, während einer Meditation im Jahre 1922.

Eines Tages bestieg er den Berg Kurama und nach 21 Tagen strenger Selbstdisziplin ohne Essen fühlte er plötzlich Eine Große Spirituelle Energie über seinem Kopf und erlangte Erleuchtung, und er setzte Reiki Ryoho, das Heilen mit spiritueller Energie, in Kraft. Dann wendete er es an sich selbst an und experimentierte mit seinen Familienmitgliedern. Die Wirkung erfolgte unmittelbar.

Usuis 21-tägige Meditationsübung auf dem Kurama-Berg wurde laut dem Übersetzer des Gedenksteins Hyakuten Inamoto kushu shinren genannt (eine Form von shugyo bzw. Disziplin oder Training). Da Hiei Zan die Hauptanlage des Tendai-Buddhismus ist und in der Nähe von Kyoto liegt, wird vermutet, dass Mikao Usui auch dort seiner Ausübung als Laienpriester nachgegangen ist. Die Tendai-Meditationsübung zazen shikan taza mag Suzuki sans Schülern zufolge Mikao Usui entweder auf Hiei An oder auf dem Kurama-Berg zu seinen Lehren inspiriert haben.

Die Verbreitung von Usui Teate

Sensei dachte, dass es viel besser sei, es einer großen Bevölkerungsgruppe zugänglich zu machen und seine Vorteile zu teilen, als nur das Wohlergehen seiner eigenen Familienmitglieder zu verbessern. Im April des 11. Jahres von Taisho (1922) ließ er sich in Harajuku, Aoyama, Tokyo nieder und gründete die Gesellschaft, um das Heilen mit spiritueller Energie zu lehren und Behandlungen zu geben. Selbst außerhalb des Gebäudes war es voll von Schuhpaaren der Besucher, die von nah und fern gekommen waren.

 

Im September des 12. Jahres (1923) gab es ein großes Erdbeben und ein Flächenbrand brach aus. Überall gab es Schmerzensschreie von den Verwundeten. Sensei, der Mitleid mit ihnen empfand, ging jeden Morgen hinaus, um durch die Stadt zu gehen, und er kurierte und rettete eine Unzahl von Menschen. Dies ist nur ein grober Umriss seiner  Hilfstätigkeiten während einer solchen Notsituation.

 

Dieses Erdbeben mag sehr wohl der Hintergrund von Hawayo Takatas bekannter Bettlergeschichte gewesen sein. Zur damaligen Zeit gab es eine große Armut in der Bevölkerung Japans aufgrund der wirtschaftlichen Depression. Nach dem Erdbeben zog Mikao Usui 1925 mit Wohn- und Lehrstätte um nach Nakano ku, außerhalb von Tokyo. Er wurde oft auf Reisen durch ganz Japan eingeladen, um zu lehren und Behandlungen zu geben. Mikao Usui hatte den Informationen auf seinem Gedenkstein nach insgesamt mehr als 2000 Schüler sowie 21 unterrichtende Meisterschüler, die die laut Hiroshi Doi den shinpiden-Grad der Mysterienlehre erreicht hatten.

Senseis Persönlichkeit war sanftmütig und bescheiden und er verhielt sich niemals prahlerisch. Seine Statur war groß und robust. Er trug stets ein zufriedenes Lächeln.

 

Wegen seines geachteten und weit verbreiteten Rufs wünschten sich viele Menschen in kommunalen Bezirken, ihn einzuladen. Sensei, der die Einladungen annahm, ging nach Kure und dann nach Hiroshima und Saga, und erreichte schließlich Fukuyama. Unverhofft wurde er dort krank und verstarb. Es war der 9. März im 15. Jahr Taishos (1926), er wurde 62 Jahre alt.

 

Mikao Usui starb an einem Schlaganfall.

Dies sind wahrhaft große Lehren für Kultivierung und Disziplin, die mit den großen Lehren der altvorderen Weisen und Gelehrten übereinstimmen. Sensei nannte diese Lehren “Das Geheimnis, Glück einzuladen” und “Wundermedizin, um alle Krankheiten zu kurieren”; man beachte die herausragenden Merkmale der Lehren. Darüber hinaus sollten sie, was den Unterricht betrifft, so einfach und allgemein wie möglich sein, nichts Abgehobenes. Ein weiteres bekanntes Merkmal ist, dass beim Stillsitzen in der Gassho-Haltung und dem Rezitieren der fünf Lebensregeln morgens und abends der reine und gesunde Geist kultiviert werden und im täglichen Alltag geübt werden kann. Das ist der Grund, weswegen Reiho von jedem Menschen leicht angeeignet werden kann.

 

 

Reiki Gamechanger

Usuis Schüler

Mikao Usuis Lehren verzweigten sich vermutlich sogar bereits zu seinen Lebzeiten. Seine frühen Lehren scheinen weniger formalisiert und strukturiert gewesen zu sein als ihre späteren Entwicklungen. Möglicherweise sind ein paar von Usuis Schülern heute noch am Leben. Wenn das wahr ist, könnte das ein wenig Licht in die Wirren bringen, die sich während des letzten Jahrhunderts um Natur und Inhalt seiner Lehren gebildet haben. Zur Zeit muss ein Großteil der “neuen” Information noch belegt werden. Bleibt zu hoffen, dass dies zum Wohle der Reiki-Anwender auch geschehen wird.

Die folgende Auflistung zeigt ein paar seiner Schüler. Nicht alle waren Meister-Schüler des Mysterien-Grades Shinpiden, und manche müssen noch bestätigt werden. Angeblich gab es 21 Shinpiden-Schüler laut Doi Hiroshi, Mitglied der Gesellschaft für das Heilen mit spiritueller Energie nach Usui Usui Reiki Ryoho Gakkai. 

Suzuki San
Yuri In
Tenon In
Toshihiro Eguchi
Kaiji Tomita
Chujiro Hayashi
Juzaburo Ushida
Sonoo Tsuboi
Kanichi Taketomi
Masayuki Okada
Kozo Ogawa
Yoshiharu Watanabe
Tetsutaro Imaizumi
Harue Nagana
Imae Mine

Die drei Nonnen

Behauptungen zufolge zählten drei Nonnen zu Usuis Schülerinnen. Folgende Information wird von verschiedenen Quellen bereit gestellt:

Suzuki San (1895 – )

Suzuki San ist eine Tendai Nonne und die Cousine der Ehefrau von Mikao Usui. Sie war ebenso eine Schülerin von Mikao Usui. Suzuki wurde 1895 geboren und kannte ihn ihr ganzes Leben lang. Ihr formelles Training bei ihm begann 1915 als sie 20 Jahre alt war. Auch nach ihrem formellen Unterricht blieb sie bis zu Mikao Usuis Tod im Jahre 1926 mit ihm in guter Verbindung.

Angeblich bewahrten Suzuki und mindestens elf weitere seiner Schüler eine Sammlung von Papieren aus dem Jahre 1920 auf, darunter die Lebensregeln, waka-Gedichte, Meditationen und Lehren. Diese Information wird von Suzuki Sans westlichen Schüler Chris Marsh weiter gegeben und wurde noch nicht bestätigt.

Yuri In (1896 – )

Yuri-In war eine Tendai Nonne und Freundin von Tenon-In. Angeblich war auch sie von 1920 bis 1926 eine Schülerin von Mikao Usui.

Tenon In (1897 – )

Tenon-In ist der buddhistische Name von Mariko Obaasan. Auch diese Tendai Nonne hat angeblich in seinem späteren Leben von 1920 bis 1926 bei Mikao Usui gelernt.

Usui Reiki Ryoho Gakkai (1922 – )

Zu deutsch: Gesellschaft für das Heilen mit spiritueller Energie nach Usui. Die Usui Reiki Ryoho Gakkai behauptet, von Mikao Usui im Jahr 1922 gegründet worden zu sein. Die Gesellschaft besteht bis heute und hat bereits ihren siebenten Präsidenten. Nichtmitgliedern gegenüber bleibt sie verschlossen und ihre Mitglieder sind aufgefordert, nicht mit Außenstehenden über Einzelheiten der Gesellschaft zu reden. Zu ihren Gründungszeiten waren viele ihrer Mitglieder bei der japanischen Marine tätig. Sie machen weder Werbung noch wünschen sie Kontakt zur westlichen Welt. Doi Hiroshi ist ein Mitglied dieser Gesellschaft.

Einst gab es in ganz Japan 80 Zweigstellen der Usui Reiki Ryoho Gakkai. Heute existieren nur noch fünf, und der Unterricht findet komplett in Tokyo statt.

Es gibt in der Usui Reiki Ryoko Gakkai drei Hauptgraduierungen: Shoden, Okuden und der Lehrer-Grad Shinpiden. Innerhalb dieser Graduierungen gibt es sechs Leistungsstände. Jedes Mitglied ist ausgestattet mit Reiki Ryoho Hikkei und Shiori. (<— ???)

Dies sind die Präsidenten der Gesellschaft von Mikao Usui bis heute:

1. Mikao Usui (1865-1926)
2. Juzaburo Ushida (Konteradmiral 1865 – 1935)
3. Kanichi Taketomi (Konteradmiral 1878 -1960)
4. Yoshiharu Watanabe (Schullehrer ? – 1960)
5. Hoichi Wanami (Vizeadmiral 1883 – 1975)
6. Kimiko Koyama (1906 – 1999)
7. Masaki Kondo (Universitätsprofessor)

Tosihiro Eguchi

Eguchi war ein Freund und Schüler von Mikao Usui. Laut Doi Hiroshi lernte Eguchi bei Usui nicht bis zum Lehrer-Grad.

Eguchi rief im Jahr 1928 den Forschungsverband für Behandlungen durch Handauflegen Tenohira Ryoji Kenkyu kai ins Leben und schrieb die Bücher Te No Hira Ryoji Nyumon (Einführung in das Heilen mit den Händen) im Jahre 1930 sowie No Hira Ryoji Wo Kataru (Eine Geschichte vom Handauflegen) im Jahr 1954.

Chris Marsh zufolge soll Eguchi eine große Rolle bei der Entstehung der Lehren gespielt haben, die als Reiki-Methode im Westen bekannt wurden. 1929 lehrte er Mitgliedern der Ittoen-Kommune diese neue Methode.

Kaiji Tomita

Angeblich ein Schüler (kein Lehrergrad-Schüler) von Mikao Usui. 1933 schrieb er ein Buch namens Reiki To Jinjutsu – Tomita Ryu Teate Ryoho. 1999 wurde dieses Buch mit Hilfe von  Mochizuki Toshitaka wieder veröffentlicht. In diesem Buch sind Fallbeispiele, die Technik hatsurei ho (mitsamt des Gebrauchs von Waka-Gedichten), sowie Handpositionen für bestimmte Krankheiten mit inbegriffen. In seiner Schule, genannt Teate Ryoho kai, wurden die vier Grade shoden, chuden, okuden, und kaiden vermittelt

Chujiro Hayashi (1880-1940)

Er war einer der 21 Lehrergrad-Schüler von Usui und außerdem ein Zen-Anhänger, der selbstverständlich Shinto-Elemente in seine Praxis mit einbezog. Im Mai 1925 wurde Hayashi Schüler an Mikao Usuis Schule in Tokyo. Er war ein Marineoffizier außer Dienst (noch immer in Reserve) und, wie von manchen behauptet wird, ein Chirurg. Dennoch erklärte Hyakuten Inamoto kürzlich, dass es Hayashi nicht möglich war, einen Doktorgrad zu erwerben (und offiziell als Mediziner anerkannt zu werden –> meine Interpretation). Er war etwa 45 Jahre alt, als er Mikao Usui kennen lernte. Seine Unterrichtszeit bei Mikao Usui war relativ kurz, da er nur zehn Monate bei ihm lernte, bevor dieser im März 1926 verstarb.

Interessanterweise lehrte Hayashi nicht die Segnung reiju, sondern höchstwahrscheinlich eine Einstimmung, die Mantras und Symbole beinhaltete. Dies kann daraus geschlossen werden, dass seine Schüler in den Einstimmungen Mantras und Symbole benutzen und andere Schüler Mikao Usuis dies nicht tun.

Manche Forscher stellen heute in Frage, ob Hayashi tatsächlich einer der 21 Lehrergrad-Schüler war, die von Usui unterrichtet wurden. Hayashi wird nachgesagt, anfangs Mitglied der Usui Reiki Ryoho Gakkai gewesen, jedoch im Jahre 1931 ausgetreten zu sein und seine eigene Linie begründet zu haben, die er Hayashi Reiki Ryoho Kenkyu kai nannte.

Heutzutage wird davon ausgegangen, dass er der erste Anwender war, der eine professionelle Klinik eröffnete, die mit Reiki arbeitete. Zuvor schien in seinen Lehren die körperliche Heilung eher zweitrangig gegenüber dem Ziel der Erleuchtung gewesen zu sein.

Hayashi ist vor allem dafür bekannt, der Lehrer von Hawayo Takata gewesen zu sein. Sie brachte seine Lehren nach Amerika, wo sie aufblühten und von dort aus in der gesamten Welt verbreitet wurden. In Japan glauben traditionelle Reiki-Lehrer, dass der Stil, den Hawayo Takata lehrte, eher dem Stil ihres Lehrers entsprach und somit nicht als Usui-Reiki, sondern eigentlich als Hayashi-Reiki zu bezeichnen wäre.

1938 schrieb Hayashi, dass er 13 Reiki-Meister ausgebildet hat. Unter seinen Schülern befanden sich Tatsumi, Matsui Shouoh  (nicht bis zum Lehrergrad), Hawayo Takata, Chie Hayashi und Chiyoko Yamaguchi. Er verstarb am 10. Mai 1940. Hawayo Takata berichtet, dass er zeremoniell durch einen selbst herbei geführten Schlaganfall in den Tod überging; Yamaguchi erzählt, er habe sich selbst getötet, indem er eine Arterie verletzt habe; während andere wiederum sagen, dass er als Angehöriger des Militärs sicherlich den ehrenvollen Selbstmord durch Seppuku (Harakiri) begangen habe.

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