Es gibt ein Qigong, das nicht aus dem Daoismus stammt. Eines, das seine Wurzeln im Buddhismus hat — genauer gesagt: in der Verbindung von Chan (Zen) und dem tantrischen Buddhismus, dem Mikkyo. Es heißt Chanmi Qigong. Und wer sich mit Reiki beschäftigt, wird hier auf eine Verwandtschaft stoßen, die tiefer reicht als die meisten vermuten.
Denn Qi 氣 und Ki 氣 sind dasselbe Zeichen. Dieselbe Kraft. In China sagt man Qigong — Arbeit mit dem Qi. In Japan sagt man Reiki — spirituelles Ki. Die Schrift ist identisch. Die Grundlage ist dieselbe. Was sich unterscheidet, ist der Weg, auf dem man Zugang zu dieser Kraft findet.

Was ist Chanmi Qigong? 禅密気功
Der Name sagt bereits alles. Chan 禅 ist die chinesische Lesung von Zen — die Meditationstradition, die Stille und direktes Erleben in den Mittelpunkt stellt. Mi 密 bedeutet „geheim" oder „esoterisch" — es ist dasselbe Zeichen wie in Mikkyo 密教, der japanischen Bezeichnung für den esoterischen Buddhismus. Und Mikkyo ist nichts anderes als die Tradition, aus der Shingon 真言 hervorgeht.
Chanmi Qigong vereint also zwei buddhistische Strömungen: die Zen-Meditation und die tantrisch-esoterische Praxis. Die Grundlagen reichen dabei noch weiter — Buddhismus, Daoismus und konfuzianische Philosophie fließen zusammen. Das Ergebnis ist eine Praxis, die auf einem alten Prinzip beruht: „Wir erfassen das Runde und erhalten die Eins."
Die kreisförmige Bewegung ist das Grundprinzip des Chanmi Qigong. „Das Runde erfassen" bedeutet: der Körper bewegt sich in Spiralen und Kreisen, fließend, ohne Anfang und ohne Ende. Qi fließt wie Wasser — es sucht sich seinen Weg um Blockaden herum, sanft und beharrlich. Wer einmal erlebt hat, wie sich der Körper in dieser spiralförmigen Bewegung auflöst, spürt sofort die Parallele: die Spirale im Choku Rei, dem ersten Reiki-Symbol, folgt demselben Prinzip. Kreisbewegung als Verdichtung von Kraft.

Reiki ist Qigong — Usui als Qigong-Meister 臼井氣功
Das klingt zunächst wie eine gewagte Aussage. Aber es ist eine Tatsache, die in Japan bekannt ist und im Westen kaum jemand kennt. In einem japanischen Qigong-Standardwerk wird Mikao Usui als einer der berühmtesten Qigong-Meister des frühen 20. Jahrhunderts aufgeführt. Reiki wird dort als eine Form des Qigong beschrieben — als eine Methode der Arbeit mit Ki/Qi.
Das ergibt Sinn, wenn man die Praxis betrachtet statt die Etiketten. Was geschieht in einer Reiki-Sitzung? Die Hände werden aufgelegt. Energie fließt. Der Praktizierende richtet seine Aufmerksamkeit — sein Nen — auf den Empfänger. Was geschieht im Qigong? Die Hände bewegen sich. Energie fließt. Der Praktizierende richtet sein Nen auf den Körper. Beide Wege arbeiten mit derselben Kraft: 氣. Beide nutzen den Fokus des Geistes, um diese Kraft zu lenken. Der Unterschied liegt in der Form — nicht im Wesen.
Im Chanmi Qigong gibt es neben den fließenden Bewegungen auch die Selbstbehandlung und die therapeutische Anwendung — Hände auf den Körper legen, Qi durch Intention dorthin lenken, wo es gebraucht wird. Das ist fast wörtlich das, was in einer Reiki-Sitzung mit Bodyscan geschieht.
Das Runde erfassen — Spirale, Kreis und Choku Rei 圓
„Wir erfassen das Runde und erhalten die Eins." Dieser Satz aus der Chanmi-Tradition beschreibt, was in der Praxis geschieht: durch kreisförmige, spiralförmige Bewegung entsteht Einheit. Der Geist wird still. Qi und Nen — Energie und Fokus — verschmelzen zu einer einzigen Kraft. Das ist die „Eins", die gemeint ist: nicht Zahl, sondern Zustand. Harmonische Einheit.
Im Chanmi Qigong zeigt sich das in den fließenden Wirbelsäulenbewegungen. Der Körper schwingt in Wellen und Spiralen, sanft und kontinuierlich. Blockaden werden nicht mit Gewalt durchbrochen — das Qi fließt wie Wasser um sie herum, löst sie auf, verwandelt sie. Gleichzeitig kann dieselbe Spiralbewegung auch in Kampfkünsten eingesetzt werden — weiche und harte Techniken basieren auf demselben Kreisprinzip. Was nach außen weich aussieht, kann eine enorme Kraft entfalten.
Wer das Choku Rei kennt — das erste Reiki-Symbol — erkennt die Spirale sofort wieder. Die Linie windet sich nach innen, verdichtet sich, sammelt Kraft in einem Punkt. Dasselbe Prinzip, eine andere Form. Im Zusammenspiel von Qigong und Reiki wird deutlich: beide Wege arbeiten mit der Spirale als Grundmuster der Energiebewegung.
Qi und Ki sind dasselbe Zeichen. Chanmi und Shingon teilen dieselbe tantrisch-buddhistische Wurzel. Die Spirale im Qigong und die Spirale im Choku Rei folgen demselben Prinzip. Reiki und Qigong sind keine getrennten Welten — sie sind zwei Ausdrucksformen derselben Tradition. Wer beides in seine tägliche Praxis einbezieht, erfährt eine Tiefe, die mit einem einzelnen Zugang allein nicht erreichbar ist.
Qigong als Teil der täglichen Praxis 日々
In Marks täglicher Routine sind Qigong und Reiki keine getrennten Blöcke, sondern Teile desselben Flusses. Am Morgen die fließenden Bewegungen des Qigong — die Wirbelsäule wacht auf, das Qi beginnt zu kreisen. Dann die Stille der Reiki-Meditation — Hände auf dem Hara, Nen gerichtet, Ki fließt. Beides ergänzt sich wie Ein- und Ausatmen.
Denn Qigong bringt den Körper in Bewegung, öffnet die Meridiane, löst Stauungen. Reiki bringt den Geist in Stille, richtet die Intention, vertieft den Fluss. Wer nur Qigong praktiziert, hat Bewegung ohne Tiefe. Wer nur Reiki praktiziert, hat Tiefe ohne Bewegung. Zusammen entsteht das, was die Chanmi-Tradition die „harmonische Einheit von Qi und Fokus" nennt.
Diese Kombination ist kein modernes Experiment. Die Wurzeln beider Wege liegen im esoterischen Buddhismus, im Shugendo, im schamanischen Daoismus und im Shinto. Usui selbst wurde in Japan als Qigong-Meister verstanden. Dass diese Verbindung im Westen in Vergessenheit geriet, sagt mehr über die westliche Rezeptionsgeschichte als über die Praxis selbst.

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